Start mit angezogener Handbremse
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Endlich in Kathmandu. Der Flug war lang und eng und ich habe mir trotz großer Vorsicht eine dicke Erkältung eingefangen. Pemba ist noch nicht wieder ganz fit. Er hatte noch vor zwei Wochen eine kleine Operation. Wir sind also angeschlagen bevor es überhaupt losgeht. Na toll!

Glücklicherweise habe ich mich aber auch auf so etwas eingestellt. Und wir machen ja keinen Wettlauf. Bei einem mehr als fünfzigtägigen Projekt ist glücklicherweise genug Spiel für Reserven. Schade nur, dass man bereits am Anfang darüber nachdenken muss. Aber nun erstmal langsam. Rein faktisch sind wir voll im Zeitplan. Wenn dieser Blogpost erscheint, fliegen wir nach Bhadrapur im südöstlichsten Zipfel Nepals, an der indischen Grenze bzw. der Grenze zu Sikkim. Dort erwartet uns dann eine ca. 300km lange und wahrscheinlich eineinhalb Tage dauernde Jeepreise zu unserem Ausgangsort Taplejung. Übermorgen geht es dann erst mit dem Trekken los.

Sicher ist es auch gut, dass wir nun wirklich dazu gezwungen sind, langsam zu beginnen. Nur wünschen tut man sich natürlich, dass man vor Kraft strotzt und Bäume ausreißen will. Ich denke ich zahle nun wohl erstmal den Tribut für eine sehr arbeitsüberladene Vorweihnachtszeit. Die frische Bergluft der kommenden Tage wird Pemba und mir sicher sehr gut tun.

Die guten und eigentlich viel wichtigeren Nachrichten zum Schluss. Zunächst das Allerwichtigste: Ein Klasse Sherpa-Team (drei hochmotivierte, ehrliche und starke Jungs aus Pembas Dorf), alle bergerfahren (hohe Berge versteht sich). Bei der Menge an Ausrüstung und Vorräten hat Pemba sich für einen fünften Mann stark gemacht. Gerade in Anbetracht der heutigen Lage denke ich, dass das eine sehr weise Entscheidung war.

Heute hatte ich aber natürlich kaum Zeit Ang Dawa Sherpa, Dafuri Sherpa und Puchhetar Sherpa kennenzulernen. Vielmehr haben wir kräftig gepackt, Vorräte und Bergausrüstung gecheckt und uns erstmals komplett in den feinen schwedischen Zwirn unseres Bekleidungssponsors Tierra geworfen. Eine ansehnliche Truppe sind wir.

Außerdem haben wir eine kleine Puja (buddhistische Segnungszeremonie) veranstaltet. Auf den Wunsch von Pemba hat der alte Lama auch eine Wettervorhersage gemacht: „Little snow, but less, no heavy snowfall!“. Na also, geht doch!

In ein paar Tagen melden wir uns im neuen Jahr wieder aus den Bergen.

1 Kommentar

09.01.2017

Jungs, ich drücke euch die Daumen!
Danke, dass ich auch dabei sein kann!
Berg Heil!

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