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Pemba und ich haben haben uns 2015 auf einer Expedition zum Everest kennengelernt. Pemba war Sirdar, ich Teilnehmer und Projektmanager eines Filmprojekts. Wir haben einander schnell schätzen gelernt. Unsere ähnliche Sicht auf die Möglichkeiten im Leben und dem, was man daraus macht, die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung, sowie unsere gemeinsame Liebe für Himalaya Abenteuer brachte uns zusammen.

Im Herbst des gleichen Jahres besuchte ich Pembas Familie. Pemba und ich wollten beide einen Eindruck von den Folgen des Erdbebens bekommen und wanderten mehrere Tage in sein Heimatdorf. Dabei lernten wir uns besser kennen und entdeckten weitere Gemeinsamkeiten, wurden Freunde. Ich erzählte von meinem Plan für den Great Himalaya Winter Trail.

Wir sind beide junge Familienväter, die nicht nur gerne Pläne schmieden, sondern diese dann auch umsetzen. Wir reden und denken frei Schnauze, sind einerseits gesellschaftlich traditionell verankert, lieben andererseits aber Hip Hop, das Feiern und gute Gespräche bei gemeinsamen Zigaretten.

Uns, den 2m-großen Schnauzer-Träger aus Hamburg und den 1,60m-großen Sherpa aus einem Bergdorf, verbindet also weit mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Wir beide lernen voneinander, verstehen uns blind. Pemba bringt mir Asien näher, ich ihm Europa. Dabei verlassen wir uns aufeinander wie zwei Brüder.

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Pemba Jangbu Sherpa

  • Geboren 1986, aufgewachsen in Bupsa, Solu Khumbu, Nepal
  • Verheiratet, zwei Kinder, Buddhist
  • Spricht Englisch, Nepali, Tibetisch und Hindi
  • Leiter einer Expeditionsagentur, Hochgebirgsführer, Expeditions-Sirdar und Kameramann

Pemba wuchs in einem Bergdorf auf und verbrachte seine Kindheit damit, Ziegen zu hüten. Auch sein Vater war schon ein erfahrener Climbing Sherpa. Mit 14 Jahren schloss er sich einer Trekkinggruppe als Porter an und arbeitet sich in den Folgejahren die Karriereleiter im Trekking-Business mit bemerkenswertem Tempo nach oben. Zwei Jahren als Porter folgte ein Jahr als Küchenhilfe, ein Jahr als Guide-Hilfe, ein Jahr als Porter-Guide, ein Jahr als Climbing-Sherpa und neun Jahre als Expedition-Sirdar.

Sein Talent für Sprachen, seine direkte Art und sein Sinn für Fairness und Verantwortung machen ihn zu einem der gefragtesten Expedition-Sirdars für Hochgebirgsexpeditionen weltweit. Pemba hat früh verstanden, welchen Stellenwert Medien im modernen Expeditionsgeschäft spielen und sich in den letzten Jahren das Filmen und Fotografieren beigebracht. Nun arbeitet er bei zahlreichen Expeditionen auch als Kameramann, wie jüngst im Sommer 2016 am K2.

2016 gründete er seine eigene Trekking- und Expeditionsagentur namens IAM (International Altitude Mountaineering).

Expeditionen

  • 2005 Gyazikang (7038m)
  • 2006 Mera Peak (6461m), Gyazikang (7038m)
  • 2007 Makalu (8485m), Putha Hiunchuli (7246m)
  • 2008 Makalu (8485m), Broad Peak (8047m), Gyazikang (7038m), Island Peak (6191m)
  • 2009 Everest North (8850m), Kangdang Gedong (5916m), Putha Hiunchuli (7246m), Island Peak (6191m)
  • 2010 Everest South (8850m), Putha Hiunchuli (7246m), Mera Peak (6461m)
  • 2011 Everest North (8850m), Putha Hiunchuli (7246m)
  • 2012 Everest South (8850m), Putha Hiunchuli (7246m)
  • 2013 – 2015 jedes Jahr Everest North (8850m) und Mera Peak (6461m)
  • 2015 Ama Dablam (6461m)
  • 2016 K2 (8611m)

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Hannes Künkel

  • Geboren 1981, aufgewachsen in Hamburg, Deutschland
  • Verheiratet, zwei Kinder, Christ
  • Spricht Deutsch, Englisch und ein kleines bisschen Nepali
  • Geograph und Eigentümer von Third Pole (Agentur für Outdoor-Content und Brands)

Ich bin gebürtiger Hamburger und bereiste früh von dort aus die Welt. Seitdem ich 14 war auch alleine, sofern mich nicht gerade die Schule oder anderweitige, fragwürdige Großstadtangelegenheiten eingenommen hatten.

Als junger Geographie-Student in Göttingen traf ich auf den charismatischen, weltbekannten Himalaya-Forscher Prof. Dr. Matthias Kuhle, in dessen Arbeitsbereich ich in den folgenden neun Jahren arbeitete. In dieser Zeit konnte ich an mehreren Expeditionen teilnehmen und mir so das Handwerkszeug zur Durchführung eigener Expeditionen aneignen. Es folgten eigene Expeditionen auf die ich häufig Freunde und Kleingruppen von Kunden mitnahm. So konnte ich das höchste Gebirge der Welt intensiv beforschen.

Ohne mich selbst mit Lorbeeren behängen zu wollen, kann ich heute von mir behaupten, wohl zu den besten Himalaya-Kennern meiner Generation zu gehören. Klar, es gibt renommiertere Wissenschaftler und fast jeder Bergsteiger hat mehr Gipfel erreicht als ich. Doch habe ich in meiner Generation leider noch niemanden getroffen, der gleichzeitig mein breites Interesse an dieser Region in gleichem Maße teilt.

Theoretisch befasse ich mich mit wissenschaftlichen Fragestellungen von der Anthropologie bis zur Gletscherkunde, genauso wie mit Handwerkskünsten und Bauweisen oder Explorationsgeschichte einschließlich aktueller Expeditionsprojekte. In der Praxis sind mir einfache Begegnungen mit den Menschen am wichtigsten geworden. Als Geomorphologe beobachte ich die umgebende Naturwelt ohnehin permanent. Ich schätze mich glücklich, an zwei 8000er-Expeditionen teilgenommen zu haben, bin aber zufriedener, wenn das Ziel meiner Expedition mehr als ein Gipfel ist.

Seit 2009 habe ich meinen Arbeitsschwerpunkt von der Forschung sukzessive auf Content-Marketing verschoben, da ich hier mehr Gestaltungsfreiheiten sah. 2013 habe ich mit der Gründung von Third Pole dann alles auf eine Karte gesetzt. Heute sind wir führend in dem, was wir tun. Doch das ist wieder eine neue Geschichte…

Expeditionen

  • 2004 Nepal, Khumbu & India, Garhwal
  • 2005 Indien, Ladakh
  • 2006 Pakistan, Baltistan, Hunza, Nanga Parbat
  • 2006 China, Mustagh Ata
  • 2006 Indien, Himachal Pradesh
  • 2007 Nepal, Kali Gandaki and Nar/Phu
  • 2009 Nepal, Dhaulagiri, Annapurna, Nar/Phu, Mustang
  • 2010 Nepal, Rolwaling
  • 2011 Nepal, Khumbu
  • 2013 Nepal, Annapurna, Nar/Phu,
  • 2013 Nepal, Manaslu Expedition
  • 2014 Nepal Annapurna, Mustang
  • 2015 Tibet, Everest North Side Expedition
  • 2015 Nepal, Solu Khumbu